Der Duft des Sommers mitten im Herbst

Elkeringhausen. Dass Heu nicht nur gesundes Futter für das Vieh ist, stellten jetzt mehrere Gastronomiebetriebe im Raum Winterberg eindrucksvoll unter Beweis.

Schon im Außenbereich des Hotels duftet es nach Heu. Es ruft sofort Erinnerungen an bunte Wiesen hervor. Und das ist so gewollt. Denn mit besonderen Angeboten haben das Life-Projekt Bergwiesen der Biologischen Station Hochsauerlandkreis und die Ferienwelt Winterberg die Wiesenlandschaften, die Heuwirtschaft und deren Erzeugnisse für eine Woche in den Fokus gerückt.

Dass Heu nicht nur gesundes Futter für das Vieh ist, stellten jetzt mehrere Gastronomiebetriebe im Raum Winterberg eindrucksvoll unter Beweis. Längst hat Heu auch den Weg in die Küche und den Wellnessbereich gefunden. So auch im Landhotel Grimmeblick.

Koch Adriaan Leenaert hat sich intensiv mit Heu als kulinarischem Genuss auseinandergesetzt und den Hausgästen Menüs im Rahmen der Bergwiesen-Erlebniswoche zubereitet. „Wir verwenden nur Bio-Heu von den geschützten Bergwiesen in der Umgebung“, berichtet der 29-Jährige. Dann öffnet er ein Paket und zeigt den Inhalt. „Mit diesem Heu habe ich heute u.a. auch die Suppe gekocht.“ Aber es gibt längst schon mehr Produkte auf dem Markt. Adriaan weist auf ein Heuduftkissen und ein Kissen für Badeanwendungen. Es soll gut für die Atemwege sein. Doch zurück in die Küche.


Wiesenheusüppchen

Hier nimmt das Wiesenheusüppchen mit Pfifferlingen und Bergblumenblüten langsam Konturen an. Zunächst wird Wasser mit Heu aufgekocht. Mindestens eine halbe Stunde lang. So bekommt die Flüssigkeit ein schönes Aroma. Danach wird gesiebt, so dass nur noch der reine Sud übrig bleibt. Mit den weiteren Zutaten entsteht ein schmackhaftes Süppchen. Und es schmeckt tatsächlich nach Heu. Sehr lecker.

Inzwischen hat sich Hotelier Ed Leenaert dazu gesellt. Er bereitet draußen im Räucherofen einen Schinken vor. Gespeist wird der Ofen natürlich mit Heu, genauer gesagt mit nassem Bio-Heu. „Der Rauch verleiht dem Fleisch ein ganz besonderes Aroma“, so Leenaert. Doch damit nicht genug.

Der Hotelier hat eine weitere Heu-Variante für seine Gäste entdeckt. „Die Bergwiesenwoche hat mich inspiriert“, meint er schmunzelnd. Flugs baute er im Außenbereich die „Banja“ in eine Heu-Sauna um. „Nach dem Vorbild einer Futterkrippe habe ich aus Saunaholz ein Gatter angefertigt, das in der Heu-Banja für ländliches Flair sorgt“, berichtet er stolz.

Das Heu bezieht er ebenfalls von den Winterberger Hochflächen. „Ich habe schon riesige Ballen eingelagert“, meint er. „Sie behalten sehr lange ihr Aroma.“ Er packt jeweils einzelne Portionen Heu in Papiertüten und verteilt sie in der Sauna. „Außerdem stelle ich noch einen Heu-Aufguss her, der ganz toll nach Sommer riecht.“ So duftet es in der Außensauna wie frisch gemäht. „Das ist Landluft pur“, schwärmt der Hotelier. Und die Hausgäste sind begeistert. Doch ist es auch gesund?

Leenaert klärt auf: „Experten sagen, dass die Anwendung mit Heu gut gegen rheumatische Beschwerden ist und die Durchblutung fördert.“ Nur Menschen mit einer Heu-Allergie müssen aufpassen. Daher hat Leenaert die Sauna auch bewusst im Außenbereich errichtet. Außerdem würde der Heu-Duft durch das ganze Haus ziehen.


Das Neue lockt die Gäste

Doch wird das Bergwiesen-Heu auch nach der Erlebniswoche noch weiter im Fokus stehen? „Bei uns auf jeden Fall“, meinen Ed und Adriaan Leernaert. „Das Neue hat die Gäste jetzt natürlich angelockt. Aber wenn sie weiter danach fragen, werden wir Heu-Sauna und ein Heu-Menü ganzjährig anbieten. Ein Mal in der Woche auf jeden Fall.“


Bernd Sangermann

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